Geschichte

PSV Flensburg – ein Verein der großen Vielseitigkeit

Der 90. Geburtstag unseres Vereins im Jahres 2014 ist deshalb besonders zu erwähnen, weil es gelungen ist, durch die vielen wechselvollen und schicksalsschweren Jahre der Geschichte fortzubestehen und immer wieder auf jeweilige Herausforderungen eine Antwort zu finden. Im Gründungsjahr 1924 erhielt der Verein den Namen Polizei SV Nordmark Flensburg. Die Initiatoren waren Polizisten, die einen schwierigen Schritt gerade in dieser Zeit nach dem 1. Weltkrieg wagten. Herauszuheben ist dabei der in der Polizeiverwaltung tätige Verwaltungsinspektor Kracht, der unermüdlich für den neuen Verein warb. Als 1. Vorsitzender wurde der Polizeioberleutnant Sieverkopp gewählt, der 54 Mitglieder begrüßen konnte. Der neue Verein hatte jedoch in dieser Zusammensetzung zunächst keine Zukunft, und man ließ Ende 1924 die Eigenständigkeit ruhen, um sich dem VFL Nordmark beim Sportverein des Reichsheeres der Reichsmarine und der Schutzpolizei anzuschließen. Doch schon im Jahre 1927 wurde diese Ehe wieder aufgelöst, der PSV kehrte zur eigenen Selbstständigkeit zurück. Er entwickelte sich zu einem Verein für „jedermann“ und konnte bald über 450 Mitglieder zählen.

Aus politischen Gründen setzte man die Vereinsarbeit in den Jahren 1945 bis 1948 wieder aus, denn in der Nachkriegszeit durften wegen eines Erlasses der Militärregierung keine Polizei-Sportvereine betrieben werden. Deshalb schlossen sich die ehemaligen Mitglieder des PSV zunächst dem ATSV Flensburg an, waren jedoch froh, als 1948 wieder die Eigenständigkeit erreicht wurde. Der damalige 1. Vorsitzende, Polizeiinspektor Johe, begann mit den Abteilungen Handball, Faustball, Leichtathletik, Tischtennis und später auch Schwimmen.

Einen großen Schub brachte der Eintritt von 33 Fußballern des Flensburg 08 im Jahre 1961. Die Fußballabteilung wurde größer und größer, und dies ist insbesondere ein Verdienst des Lehrers Otto Brückmann und des Sportfreundes Rudolf Kurzke, die sich unermüdlich für die Jugendarbeit einsetzten. Der Polizeihauptkommissar Curt Claus stellte dabei als 1. Vorsitzender wichtige Weichen.

Nun fehlte nur noch die eigene Sportheimat. Die Mannschaften spielten als Gäste auf den Sportplätzen der Sportschule Mürwik und des Stadions. Dann wurde dem Verein der berüchtigte „Schlackenplatz“ an der Westerallee zur Nutzung übergeben. Die auf dem Gelände befindliche Baracke des ehemaligen Scharnhorstlagers konnte in jahrelanger Selbstarbeit zu einem gemütlichen Jugend- und Sportheim umgebaut werden. Mit der Einweihung am 09. Dezember 1967 hatten sich die PSVer endlich ein „Zuhause“ geschaffen. Mit dem neuen 1. Vorsitzenden Viktor Gierak aber setzte sich die Entwicklung des Vereinsgeländes fort. 1967 wurde bei der Stadt ein Antrag auf Überlassung der angrenzenden Flächen gestellt, um dort einen zweiten Platz mit Laufbahn zu bauen. Letztlich ist auch dies gelungen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Flensburg wurde am 19.09.1971 der große Platz mit einer Kunststofflaufbahn fertig gestellt. In diesen wichtigen Jahren war Viktor Gierak als Motor des Vereins zu bezeichnen. Sein Name und der PSV sind unzertrennlich.

Aber auch Hans-Jürgen Brix als langjähriger 2. Vorsitzender und dann auch für einige Jahre -1974 bis 1978- als 1. Vorsitzender hat sich um die Weiterentwicklung des Vereinsheims besonders verdient gemacht. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass das Sportlerheim in etwa das heutige Aussehen erhielt.

Viktor Gierak übernahm die Vereinsführung wieder von Hans-Jürgen Brix bis zum Jahre 1988, dann folgte Edgar Strahl. Aus gesundheitlichen Gründen schied dieser leider wieder aus, und es folgte die „Aera Kurt Gieseler“, der 14 Jahre den Vorsitz innehatte. Für seine langjährige kontinuierliche Arbeit wurde ihm 2008 der Titel „Ehrenvorsitzender“ verliehen, bevor er seine Aufgabe an Klaus Lobsien übergab. Seit der Vereinsführung durch Edgar Strahl über Kurt Gieseler und dann an Klaus Lobsien – alles keine Polizisten –  wird deutlich, dass der ehemals durch Polizeibeamte geprägte Verein nicht mehr das Image eines „Behördenvereins“ innehat. Lediglich der Name zeigt noch die Herkunft auf, der Verein von heute wird durch die Breite geprägt.

Natürlich bestehen im PSV Flensburg noch immer die bekannten Sportarten wie Fußball, Tischtennis, Badminton, Floorball, Volleyball, Turnen und Gymnastik sowie andere. Sie sind das nach wie vor wichtige Korsett des Vereins. Weiß die die geneigte Leserschaft eigentlich, dass unsere Floorballer auf Landesebene um Punkte kämpfen? Darauf sind wir stolz!

Gerade im Fußball konnten wir in letzter Zeit einen vermehrten Zugang von Sportler/innen feststellen. Entgegen dem bislang erkannten Trend suchen zurzeit viele neue Jugendliche bei uns ihre Fußballheimat. Deshalb passt es gut, dass der Verein sich entschlossen hat, eine weitere Flutlichtanlage auf dem C-Platz errichten zu lassen. Mit Hilfe der Stadt wird demnächst dieser Platz neu hergerichtet, so dass die große Fußballabteilung dann über drei Plätze –zwei davon mit Flutlicht – verfügen wird. Wirklich gute Aussichten!

Gerade durch die Vielfältigkeit des Vereins konnte besonders in den letzten sechs Jahren ein Mitgliederzuwachs auf nahezu 1200 Mitglieder verzeichnet werden. Durch die Veränderung der Bevölkerung musste der Verein reagieren und sich anders aufstellen. Prägten in den 70er Jahren noch die vielen Jugendlichen in den Sparten Fuß- und Handball den Verein, so zeigt der Bevölkerungsrückgang durch niedrige Geburtenzahlen sowie die vielfältigen sonstigen Angebote für die Jugend ihre Auswirkung auf die Zahlen. Besonders auch die Ganztagsschule verhindert, dass nicht mehr so viele Jugendliche den Weg in den Sportverein suchen.

Abgelöst wurde der „Jugendboom“ durch den „Seniorenboom“. Die Menschen werden immer älter, wollen auch mehr für die Gesunderhaltung tun und suchen daher den Sportverein, um fit zu werden oder zu bleiben. Der Gesundheitssport – gefördert durch die Krankenkassen – erlebt zurzeit eine Renaissance. Darauf hat sich der PSV eingestellt. Durch Einrichtung der Gesundheitssparte „ProSanita“ können jetzt alle Menschen aufgrund einer ärztlichen Verordnung kostenfrei im Verein am Sportleben teilnehmen. Dies gilt für Jüngere genauso wie für die Aktion 50+, 60+ oder 70+ – für alle  hält der PSV Flensburg interessante Angebote bereit. Auch spezielle Gruppen wie Koronar- oder Lungensport werden bei uns angeboten. Dabei ist es ganz wichtig zu erwähnen, dass durch die Modernisierung des Vereinsheimes auf nahezu Neubaucharakter auch ein Gesundheitsbereich eingerichtet wurde, der neben zwei Übungsräumen auch ein kleines Fitnessstudio beinhaltet. Vielen Sporttreibenden stehen diese Räume insbesondere am Vormittag und natürlich auch am Abend für diverse Aktivitäten zur Verfügung. Und immer ist auch ein/e Übungsleiter/in des PSV dabei!
Bislang kommt der Mensch zum Sport, wir stellen uns allerdings die Frage, ob nicht der Sport mehr zum Menschen kommen muss. Der PSV wird sich auch dieses Themas zunehmend annehmen und flexibel auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren.

Doch sich nur auf den Gesundheitssport zu konzentrieren, wäre wahrlich zu „kurz gesprungen“. Moderne Angebote für jedermann finden regen Zulauf. Ob nun verschiedene klassische Tanzangebote, Line Dance, Drums Alive, Zumba, Aroha, Vario-Fitness oder Step Aerobic und viele mehr – für (fast) jedes Interesse haben wir eine Antwort. Die vielen Zugänge in diesen Angeboten zeigen, dass damit Sportler/innen angesprochen wurden, die sonst vielleicht nie in einen Sportverein gewechselt wären. Der PSV Flensburg schaut deshalb auch bei diesen neuen Trends positiv nach vorn. Hier warten sicher noch weitere Herausforderungen auf uns, denen wir uns aber gern stellen werden.
Zusammengefasst lässt sich sagen:
Gerade durch seine Vielseitigkeit ist der PSV Flensburg schon heute zukunftsorientiert aufgestellt und damit bereits jetzt bestens auf weitere Jahrzehnte als Sportverein vorbereitet
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Über die Telefonnummer 0461 – 7749102 können weitere Einzelheiten erfragt werden.