Bericht des 1. Vorsitzenden

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
liebe Gäste,
ich danke Ihnen und euch für euer und Ihr zahlreiches Erscheinen, zeigt es mir doch, wie viele ein großes Interesse an unserer Arbeit und damit an unserem Verein haben.
Diese ganz besondere Weiterentwicklung hat drei gute Gründe: Die Fußballabteilung ist wieder sehr stabil geworden und zeigt sowohl im Erwachsenen- wie auch insbesondere im Jugendbereich deutliche Zuwächse. Weiter „boomt“ es immer noch in unserer Gesundheitssparte „ProSanita“, wobei ich aber auch schon den Finger heben und erklären muss, dass wir hier schon fast am Ende unserer Aufnahmekapazität angekommen sind. Und letztlich hat sich die große Gruppe der American Footballer auch auf die Statistik ausgewirkt. Begrüßt haben wir sie schon im letzten Jahr, aber da sie im Januar zu uns wechselten, hatten sie keine Auswirkung auf die Zahlen für 2013.
Auf diese große Zahl von Sportlerinnen und Sportler können wir wirklich stolz sein, noch nie waren im PSV Flensburg mehr Mitglieder zu verzeichnen.
Deshalb gehört natürlich an diese Stelle ein herzliches Danke an euch, die ihr als Übungsleiter oder anders ehrenamtlich für unseren Verein tätig ward. Ohne euren Einsatz wären wir nicht so weit wie jetzt. Bitte haltet eurem, unserem Verein weiter die Treue und kümmert euch wie bisher um eure Mitglieder. Ohne euch wäre ein solch pulsierendes Vereinsleben nicht möglich.
Um allen Sportlern auch eine Heimat geben zu können, mussten wir viel investieren. Ihr wisst, dass der B-Platz fertig gestellt werden konnte, auch wenn die Drainage noch nicht so funktioniert, wie wir es uns gewünscht haben. Aber insgesamt haben wir durch diesen Platz eine große Entzerrung erhalten, zumal wir auch alle Tore erneuerten. Und das Flutlicht hilft, dass wir auch später am Abend dort trainieren. Durch Bau der Holzhäuser konnten wir vielen Abteilungen mehr Abstellflächen zur Verfügung stellen.
Dies alles reicht aber noch nicht aus, so dass ich auch in die Gegenwart umschwenken muss. Mehr Sportler brauchen mehr Kabinen. Begonnen noch im letzten Jahr, fertig gestellt im Januar konnten wir einen weiteren Raum mit Duschen bauen, so dass wir jetzt insgesamt 6 Kabinen zur Verfügung haben. Weiter werden wir in diesem Jahr den sog. C-Platz – also den Platz zwischen Sand- und A-Platz – aufschütten, damit daraus eine Trainingsfläche von annähernd 1.600 qm entsteht. Zusätzlich wird dieser neue C-Platz dann mit Flutlicht ausgeleuchtet. Die Fertigstellung soll – wenn alles nach Plan läuft – im Sommer sein. Zusammen mit den dann auch neuen Toren auf dem A-Platz stellt alles zusammen eine weitere enorme Investition dar, wie ihr es auch aus dem von Wolfgang noch zu erläuternden Haushaltsvoranschlag sehen werdet. Ich betone dies alles, weil unsere hier anwesenden Politiker/innen die Erkenntnis mitnehmen sollen, dass wir nicht immer nach der Stadt rufen, wenn es um Verbesserungen, Erweiterungen und Erneuerungen geht. Sehr selbstbewusst sage ich, dass wir uns hier von manch anderem Verein unterscheiden. Aber gerade, weil wir sehr viel eigenes Geld ausgeben und dabei keine städtischen Zuschüsse erhalten, erwarten wir natürlich, dass auch die Stadt ihren Verpflichtungen nachkommt, da wir diese nicht leisten können.
Und damit bin ich wieder beim leidigen Thema „Laufbahn“. Seit mehr als 10 Jahren immer wieder angemahnt, sind wir jetzt in der Situation, dass wir diese marode Laufbahn sperren mussten. Große Teile sind löchrig, Kunststoffteile stehen vor, eine Stolpergefahr ist gegeben. Die Untersuchung des externen Architekturbüros Stiller hat ergeben, dass eine Komplettsanierung erfolgen muss. Das Gutachten liegt der Verwaltung abschließend vor. Somit stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Laufbahn saniert werden muss. Da gibt es nur zwei Antworten: Entweder Rückbau und Einebnung oder Sanierung! Nun kenne ich die Diskussionen einiger Parteien der Stadtvertretung, ob es denn sinnvoll sei, in Flensburg (fast 100.000 Einwohner) zwei Rundlaufbahnen zu unterhalten. Man hätte ja im Stadion eine intakte und gut frequentierte Anlage. Darüber hinaus solle man doch den Sportentwicklungsplan abwarten, um dann zu entscheiden, ob diese Studie die Notwendigkeit von zwei Laufbahnen bestätige. Ich glaube kaum, dass Externe beurteilen können, dass hier an der Westerallee besonders die Schulen die Benachteiligten sind. Die Falkenbergschule kann keine Bundesjugendspiele mehr abhalten, geschweige denn, überhaupt Leichtathletik als im Lehrplan vorgesehenen Stoff anbieten, die AVS, das Alte Gymnasium und die HLA versuchten, bei uns ihre Schüler auf das Sportabitur vorzubereiten. Und dazu gehört auch die Leichtathletik. Über 1000 Schüler fanden im Laufe eines Jahres den Weg zu uns, und wenn es nur darum ging. Stundenläufe durchzuführen. Das jährliche sehr große Sportfest des Holländerhofes ist zur Qual geworden. Verzweifelte Lehrer/innen riefen mich an, Schulleiter haben bei der Stadt vorgesprochen, niemand machte ihnen Hoffnung auf baldige Veränderung. Es gab lediglich den Hinweis auf das Stadion, das ja stattdessen aufgesucht werden könne. Hier diskutieren Menschen, die vom Thema Schule überhaupt keine Ahnung zu haben scheinen. Deshalb möchte ich als „Insider“ einmal klar machen, was es bedeutet, wenn Schulen aus dem Nordwesten der Stadt während des Schulvormittags zum Stadion reisen müssen, um dort Leichtathletik zu betreiben. Dafür müssen aus der sowieso schon engen Stundentafel für jede Einzelstunde zwei zusätzliche Stunden für An- und Abfahrt bereitgehalten werden. Die Folge wären Doppelstunden, um mehr Effektivität zu erreichen. Dann aber wäre meistens der Anteil von Sportstunden für die ganze Woche verbraucht. Wo bleiben die Rufe nach der täglichen Sportstunde? Abgesehen davon bringen auch Schülertransporte mit öffentlichen Verkehrsmittel Gefahren mit sich, von der Frage nach den Kosten für den Transfer ganz zu schweigen.
Deshalb richte ich hier nochmals einen Appell an die hier anwesenden Politiker/innen, bei den bevorstehenden Abstimmungen den Weg für eine Modernisierung frei zu machen. Warten Sie bitte nicht ab, ob ein externer Sportentwicklungsplaner diese Laufbahn für nötig hält. Ich weiß von der Abstimmung im Ausschuss, Geld für einen externen Planungs-Architekten zu genehmigen. Es war eine mehrheitliche Zustimmung, weil leider nicht alle Parteien den Neubau der Rundlaufbahn wünschen. Lassen Sie als Befürworter jedoch weiter Ihren gesunden Menschenverstand walten, indem Sie erkennen, dass wir nun einmal zwei Seiten Flensburgs vorfinden – links und rechts des Hafens. Der Osten hat das Stadion, der Nordwesten hat nichts dergleichen. Und dies sage ich auch in dem Bewusstsein, dass auf dieser Seite der Förde die meisten – und vor allem größten – Sportvereine beheimatet sind. Und vielleicht überzeugt dies auch die Skeptiker des Bauvorhabens.
Wir haben uns nie öffentlich mit der Stadt über unsere Bitten und Forderungen auseinandergesetzt. Weder haben wir uns über die Moin-Moin geäußert, noch haben wir eine Demonstration vor dem Rathaus veranstaltet, wie unser großer Nachbar TSB. Es bleibt deshalb auch ein „Geschmäckle“, wenn wir feststellen müssen, dass nach nur einem Jahr seit der Rathaus-Demo sich für den TSB alles so zu fügen scheint, wie der Verein es forderte. Also bleibt doch die Frage, ob nicht auch wir massiver in die Öffentlichkeit treten sollten. Eine Demo zu organisieren zusammen mit den betroffenen Schulen wäre sicher kein Problem. Und die Zeitung als Propagandamittel zu nutzen, wäre ein Leichtes. Dies aber war nie unsere Politik. Wir haben auf Verständnis und vernünftige Gespräche gesetzt und sind dabei in der Regel immer gut gefahren. Aber beim Thema Laufbahn haben bislang keine Gespräche und vor allem Bitten geholfen. Also doch eine Demo? Der PSV Flensburg ist mittlerweile deutlich der zweitgrößte Verein der Stadt. Wenn also dem größten Verein ein Turnhallenneubau, der sicherlich nötig sein wird, nach so kurzer Verhandlungszeit mitfinanziert wird, dann dürfen wir auch unsere Forderungen so deutlich formulieren, zumal wir schon über 10 Jahre auf die Genehmigung warten. Im Interesse des Sports, im Interesse der Schülerinnen und Schüler, im Interesse auch der vielen Leichtathletinnen und Leichathleten, im Interesse der zahlreichen Freizeitaktiven – – – helfen Sie uns, diese ewige Baustelle endlich zu schließen.
Wenn das gelingt, dann habe ich unwillkürlich eine Vision, nämlich eine Vision von einem kleinen Stadion, in dem nahezu alle Sportarten betrieben werden können. Welch tolle Sportaussichten für die Stadt Flensburg!
Natürlich musste dieses Thema heute wieder aufgerufen werden, damit aber dürfen wir nicht andere Bereiche vernachlässigen. Wir sind ein ehrenamtlich geführter Verein. Allerdings müssen wir uns auch bald die Frage stellen, ob wir in dieser Größe so noch lange zu führen sind. Viele im Vorstand sind sog. Unruheständler, können also ihre größere Freizeit in den Verein einbringen. Wie lange aber noch? Und wer soll nach uns die Arbeit machen? Der Verein wäre gut beraten, sich mittelfristig über eine hauptamtliche Vereinsführung Gedanken zu machen, weil zu erwarten ist, dass eine Vereinsführung durch einen im Hauptberuf stehenden Sportkameraden nur noch „verwalten statt gestalten“ bedeuten könnte. Gestaltung aber muss nach wie vor die Maxime sein. Präsidiale Vereinsführung gepaart mit einer hauptamtlichen Geschäfts- und Sportführung ist aus meiner Sicht die einzige Lösung, um zukünftig einen Verein dieser Größenordnung am Leben zu erhalten. Hier ist ein Vorstand mit Weitsicht gefordert.
Wir sind als Sportverein überparteilich, liberal, weltoffen und vor allem dem Menschen verpflichtet. Gleichwohl können wir aber nicht wegsehen, wenn Menschenrechte missachtet werden, indem Flüchtlinge aus vielen Diktaturen, die bei uns Schutz suchen, als Menschen zweiter Klasse angesehen werden. Ihre zumeist andere Religion, ihre andere Art, sich zu kleiden, ihr fremdländisches Aussehen und ihre mangelnden Sprachkenntnisse schrecken leider viele Deutsche ab, mit ihnen in Kontakt zu treten. Die besonders von rechtsideologischen Anführern dominierte Pegida-Bewegung hat Deutschland ein schlechtes Bild gegeben. Wir sind allerdings sehr froh, dass sich aufrechte Demokraten zusammen getan haben, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten. „Für ein buntes Flensburg“ ist z. B. eine Aktion, der wir uns verbunden fühlen. Der dazu hergestellte Flyer trägt neben vielen anderen auch meinen Namen – und dies im Besonderen auch für den PSV Flensburg. Es muss unser aller Anliegen sein, den Flüchtlingen Wege zu zeigen, wie sie sich in Deutschland wohl fühlen können. Sie müssen sich sicher vor Verfolgung fühlen und merken, dass wir Deutsche weltoffen, liberal, tolerant und vor allem hilfsbereit sind. Die unsägliche Geschichte Deutschlands durch den entfachten Weltkrieg, die verbunden war mit der Vernichtung und Flucht vieler Millionen Menschen, muss uns ein Mahnmal bleiben.
Wie kann ein Verein helfen? Ich habe dem Beauftragten für Flüchtlingsfragen der Stadt Flensburg angeboten, dass Flüchtlinge zu uns kommen können, um hier Sport zu treiben. Und dabei habe ich nicht das Einkassieren von Mitgliedsbeiträgen im Kopf. Wo es noch Freiräume gibt, können unsere Plätze genutzt werden. Wir werden dies gern begleiten und entsprechendes Trainingsmaterial zur Verfügung stellen. Die Gespräche laufen, ich bin sicher, dass wir bald die ersten Gäste bei uns begrüßen können.
Zum Abschluss meiner Ausführungen gilt an dieser Stelle noch ein weiterer Dank an die Sponsoren, die uns geholfen haben, den neuen VW-Bus zu finanzieren. Es sind dies die Firmen Autozentrum Nord, Elektro-Hinrichsen, Fa. Hartten, Harrislee, ARAG-Versicherung Michael Kloppenborg.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein großartiges Sportjahr 2015, das verbunden sein möge mit Erfolgen, aber ebenfalls mit der nötigen Gelassenheit, auch Niederlagen einstecken zu müssen.

Vielen Dank.