Bericht des 1. Vorsitzenden

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
ich habe die Mitgliederzahlen unseres Vereins recherchiert und dabei festgestellt, dass in den 70er-Jahren unser PSV – auch aufgrund der sehr großen Jugendabteilungen – etwa 1.130 Mitglieder als Höchststand verzeichnen konnte. Dann folgte Ende der 70er ein Einbruch, auch weil sich die Handballabteilung mit dem seinerzeitigen Vorsitzenden Hans-Jürgen Brix überwarf und überwiegend austrat. In den 90er-Jahren verließen dann sehr viele Mitglieder der Gymnastikabteilung den Verein, weil die angestellte Sportlehrerin den Verein wechselte und viele mit ihr gingen. Daraufhin war in den Folgejahren nur noch eine Zahl von um die 700 zu registrieren, die sogar bis zum Jahr 2005 auf genau 600 zusammenschrumpfte. Dann haben wir gegengesteuert, neue Projekte aufgelegt und sind vor allem dem Zeitgeist gefolgt: Senioren- und Gesundheitssport. Viele neue Sportarten sind bei uns heimisch geworden, in der Breite haben wir extrem zugelegt. Heute habe ich nun die Freude, eine Sportkameradin aufzurufen, um ihr einen Blumenstrauß zu überreichen. Es ist Midia Alzakholi von unserem Kooperationspartner Holländerhof!
Sie ist unser 1.250 Mitglied.
Diese Mitgliederzahl bestätigt damit eindeutig, dass wir wieder der zweitgrößte Sportverein Flensburgs geworden sind, so wie es auch in den 70er Jahren der Fall war.
Ich habe diese Entwicklung bewusst an den Anfang meiner Ausführungen gestellt, weil sie auch sehr viel zu tun hat mit nachfolgender Analyse. Viele werden sich wahrscheinlich fragen, wie wir es geschafft haben, einen so positiven Rechnungs-abschluss für 2013 vorzulegen. Immerhin mussten wir durch die Investition in die Flutlichtanlage ein Minus von rund 8.500 Euro aus dem vorigen Jahr ausgleichen und weitere rund 20.000 Euro in die Fertigstellung investieren. Und trotzdem haben wir insgesamt einen Haushaltsüberschuss von rund 12.500 Euro erreicht. Der Grund für diesen Erfolg liegt in der Art, wie wir den Verein betriebswirtschaftlich führen. In den letzten Jahren haben wir große Sparsamkeit verbunden mit gleichzeitigen Investitionen in Sportbereiche, die Erfolg versprechend waren und uns ein Mehr an Mitgliedern bescherte. Mehr Mitglieder bei geringeren Kosten bedeutete eben auch ein Mehr an Nettoeinnahmen. Dies hat dann zu dem Ergebnis geführt.
Diese starke Grundlage befähigt uns für das vor uns liegende Jahr, weitere Investitionen durchzuführen. So wird auf dem B-Platz ein Ballfangzaun installiert, neue Tore sollen angeschafft und durch zusätzliche Abstellräume die Misere bei der Unterbringung von Geräten, Bällen etc. beseitigt werden. Also haben wir auch in 2014 wieder interessante Aufgaben zu bewältigen, deren Umsetzung uns aber erneut ein großes Stück weiterbringt.
Jetzt ist es an der Zeit, einen Dank an das Organisationskommitee unseres sehr gelungenen Festballs im Hotel an der Grenze auszusprechen. Viola, Wiebke, Nadine, Gesa, Beate und Kurt, das habt ihr großartig gemacht. Gerne mal wieder!
Die Attraktivität unseres Vereins hat auch das Interesse anderer Sportarten geweckt, die jetzt bei uns ihrem Hobby nachgehen wollen. So begrüßen wir auch offiziell an dieser Stelle die große Gruppe der American Footballer. Ihr habt euch schon hervorragend für uns eingesetzt und in einem schweißtreibenden Arbeitseinsatz den Aushub für die vorgesehenen Materialhütten durchgeführt. Vielen Dank dafür und herzlich willkommen. Wir freuen uns schon auf eure Events. Es sollen wohl ein paar hundert Zuschauer kommen, wenn ihr um Punkte kämpft. Wir lassen uns überraschen.
In die vielen positiven Meldungen, die ich euch überbringen kann, fallen allerdings auch Wermutstropfen. Wir mussten die Laufbahn schließen, weil „Gefahr im Verzuge“ ist. Hierzu möchte ich dann gern anmerken, dass wir in den mindestens 10 letzten Jahren auf dieser Jahreshauptversammlung immer in Gegenwart von Politik auf den schlechten Zustand aufmerksam gemacht haben. Genau so häufig sind wir bei der Verwaltung vorstellig geworden. Leider hieß es dann jedes Mal, es wäre kein Geld da. Dies habe ich nicht in Frage zu stellen, denn die Stadt hat riesige Aufgaben zu bewältigen. Vielleicht aber wurden die Prioritäten falsch gesetzt. Das Abwarten hat jetzt nämlich dazu geführt, dass nicht nur die Oberfläche der Laufbahn, sondern wohl auch der Unterbau erneuert werden muss, was eine erhebliche Kostensteigerung nach sich zieht. Uns, und damit dem Vorstand, obliegt die Verkehrssicherungspflicht. Darauf hat uns der Bildungsmanager der Stadt Flensburg, Herr Dr. Sabbert, nachdrücklich hingewiesen. Wir haben feststellen müssen, dass die Bahn nicht ohne Gefahr genutzt werden kann.
Ließen wir die Nutzung zu, so hätte der Vorstand bei einer Verletzung eines Sportlers die Verantwortung zu übernehmen. Wir hätten dann grob fahrlässig gehandelt und kämen vielleicht sogar mit der Justiz in Konflikt. Dieses Risiko können und wollen wir nicht eingehen! Die Stadt Flensburg hat sich nicht bereit erklärt, uns aus dieser Haftung zu entlassen. Also mussten wir handeln. Die Leidtragenden sind nicht nur unsere Leichtathleten, es sind die Schulen im Norden und Westen Flensburgs, die regelmäßig bei uns übten. Sogar das Sportabitur wurde bei uns durchgeführt. Noch viel schlimmer trifft es die vielen behinderten Sportlerinnen und Sportler, insbesondere unseren Kooperationspartner Holländerhof. Sie haben keine Sportheimat mehr, weil es keine ausreichenden Alternativen gibt. Das Stadion ist sehr stark frequentiert und von hier aus für die Schulen nur schwer und sehr zeitaufwändig zu erreichen. Ansonsten gibt es in Flensburg keine Rundlaufbahn mehr. Es ist einfach traurig. Deshalb muss ich an dieser Stelle auch einmal an die Meldungen der jüngsten Vergangenheit erinnern. Gerüchte und Zeitungsartikel lassen den Schluss zu, dass bei der Stadt ernsthaft darüber diskutiert wird, Summen im Millionenbereich für den Neubau einer Sportanlage beim VFB Nordmark auszugeben. Dabei möchte ich klar stellen, dass wir vom PSV es dem Traditionsverein von Herzen gönnen, wenn sie eine neue Sportheimat erhielten. Wie aber soll ich es den hiesigen Sportlern erklären, dass auf der einen Seite so viel Geld für einen Neubau übrig zu sein scheint, wenn auf der anderen Seite dringend erforderliche Sanierungen bestehender wichtiger Anlagen keine Berücksichtigung finden. Bei uns trainierten im Laufe eines Jahres bislang insgesamt bis zu 2.000 Sportler einschließlich der SG Flensburg-Handewitt. Hinzu kommen noch unzählige Freizeitsportler, denen wir den Zugang zu unserer Anlage nie verwehrt haben. Dies ist jetzt nicht mehr möglich. Die Falkenbergschule hat mir erklärt, dass sie nun ihren lehrplanmäßig vorgeschriebenen Sportunterricht nicht mehr erfüllen kann. Ich bin sicher, dass von der dortigen Elternseite bald erhebliche Klagen bei der Stadt vorgetragen werden. Die ersten Anrufe hatte ich schon. Und jedes Mal musste ich „den Kopf hinhalten“, weil die Anrufer den PSV als Schuldigen identifizieren wollten. Hier fühle ich mich im Stich gelassen. Der PSV kann nichts dafür, dass sich die Laufbahn in diesem Zustand befindet.
Sie ist über 40 Jahre alt, die Haltbarkeit einer Tartanbahn wird in der Regel mit 10 bis max. 15 Jahren angesetzt. Daran kann man erkennen, welche Gründe für den Zustand zu nennen sind. Früher habe ich immer gebeten, die Sanierung der Laufbahn in Angriff zu nehmen. Heute muss ich es als Forderung formulieren. Zu viele Sportlerinnen und Sportler und mit ihnen die Schülerinnen und Schüler erleiden erhebliche Nachteile.
Ich wäre euch, liebe Politiker, sehr dankbar, wenn ihr heute vor der Vereinsöffentlichkeit eine zufrieden stellende Antwort geben könntet. Und verweist dabei bitte nicht auf den in Verhandlung stehenden Sportentwicklungsplan. Nach meiner Überzeugung wird eine hoffentlich mögliche Umsetzung noch lange dauern, weil einfach zu viele Ausschüsse und Gremien mit entscheiden wollen und müssen. Darauf können die Sportlerinnen und Sportler nicht warten!
Auch ein anderer Punkt gehört zur Wahrheit, nämlich dass wir – wie Bernd Bleitzhofer auf dem Empfang sagte – zwar die größte Fußballabteilung im Kreis haben, dass wir aber bislang nicht in der Lage sind, diese Abteilung professionell zu führen. Immer noch bemüht sich ein in der Notsituation vom Vorstand eingesetzter Fußballer, die Geschicke zu lenken. Dies kann nur eine Überbrückung sein. Alle versuchten Gespräche mit aus unserer Sicht geeigneten PSVern für das Amt des Abteilungsleiters haben nicht zum Erfolg geführt. Keiner wollte oder konnte sich den damit verbundenen Arbeitsaufwand antun, was wir nicht übel nehmen können. Schließlich ist ein Ehrenamt dieser Größe mit viel Zeiteinsatz verbunden. Andererseits können wir nicht zulassen, dass diese nun so groß gewordene Abteilung nicht angemessen verwaltet und vor allem gestaltet wird. Es ist in erster Linie Aufgabe einer Abteilung, sich selbst eine Leitung zu geben. Der Vorstand ist dafür da, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Letzteres – und das nimmt der Vorstand für sich in Anspruch – haben wir in den vergangenen Jahren geleistet. Man denke dabei nur einmal an den B-Platz mit der Flutlichtanlage. Die Abteilung hingegen schafft es nicht, diesen guten Rahmen für eine strukturelle Neuordnung zu nutzen. Nun also ist wieder das Handeln des Vorstands gefragt. Dem werden wir nicht ausweichen!
Deshalb streben wir jetzt an, das bisherige Ehrenamt als Abteilungsleiter in eine bezahlte Funktion – gewissermaßen Managertätigkeit – umzuwandeln. Dies wird mit deutlich höheren Kosten verbunden sein, was dazu führen wird, dass wir den Sonderbeitrag für die Fußballer angemessen erhöhen müssen. Entscheidungen hierzu sind noch nicht getroffen worden, zunächst müssen wir den „Profi“ als Manager gefunden haben und die Mehrkosten ermitteln. Danach werden wir entscheiden. Gern hören wir aus der Abteilung auch Vorschläge zu Personen, von denen man die professionelle Bewältigung der Abteilungsführung erwarten kann. Wir alle sollten daran interessiert sein, dieses Amt so schnell wie möglich neu zu besetzen, um die Planung des nächsten Spieljahres vernünftig beginnen zu können. Es wird dabei auch um die Antwort gehen müssen, ob wir im nächsten Jahr noch so viele Mannschaften werden melden können. Nur eine der im Spielbetrieb befindlichen Mannschaften hat sich daran gehalten, einen eigenen Schiedsrichter ausbilden zu lassen, um dem Gebot des Verbandes nachzukommen. Diese wohltuende Ausnahme bildet hier die 4. Mannschaft. Die Folgen sind neben Geldstrafen auch Punktabzüge für die 1. Mannschaft. Das kann es nicht sein! Die vielen Fußballerinnen und Fußballer möchten Klarheit haben, wie es beim PSV weitergeht. Ich verspreche euch jedenfalls, dass wir uns intensiv um eine zukunftsorientierte Lösung kümmern werden. Aber allein werden wir dies nicht schaffen können. Es kann somit sein, dass es schmerzhafte Entscheidungen geben muss. Also richte ich erneut einen Appell an die Fußballabteilung, endlich die geforderten „Hausaufgaben“ zu machen. Wenn der Vorstand sich auf der einen Seite um eine professionelle Abteilungsführung bemühen wird, dann müssen auf der anderen Seite die Mannschaften, die spielen möchten, mindestens die Verbandsvorgaben erfüllen.
Natürlich möchte ich meine Ausführungen nicht mit den vorgenannten „Wehrmutstropfen“ beenden. Wir sind so stolz auf die vielen Abteilungen in unserem Verein, in denen es einfach rund läuft. Wenn ich sehe, wie in der großen Gymnastik- und ProSanita-Abteilung fast täglich neue Mitglieder zu sehen sind, wie harmonisch die Badminton-Abteilung ihrem Sport nachgeht, wie trotz des schon fortgeschrittenen Alters unsere Tischtennis-Damen noch um Punkte kämpfen, wie die Floorballer sogar um die Meisterschaft mitspielen und letztlich auch die Volleyballer wieder versuchen, Landesmeister zu werden – das alles macht einfach Spaß.
Dabei will ich die vielen Freizeitsportler nicht außer acht lassen, wenn bei jedem Wetter die Nordic Walker losmarschieren oder Klaus Gumm mit seinen Radwanderern auf Tour geht. Das gilt auch für unsere Leichtathleten, die ich bei fast jedem Wetter laufen sehe. Dazu gehört einfach die Liebe zum Sport. Trotz der erst kurzen Zeit im Verein konnte ich die Leidenschaft für den Sport bei den American Footballern entdecken, einfach vorbildlich. Habt ihr einmal erlebt, wie fröhlich die Sportlerinnen und Sportler der Tanzabteilung miteinander umgehen? Das steckt an, und so möchte ich es gern auch im gesamten Verein erleben.
Es hat mir in den letzten Jahren trotz vieler Schwierigkeiten wieder viel Spaß gemacht. Allerdings muss ich dann auch ein persönliches Fazit ziehen:
Ich habe lange gezögert, ob ich heute erneut für den Vorsitz im Verein kandidieren soll. Gesundheitliche Probleme im vergangenen Jahr haben mich nachdenklich werden lassen. Von diesen Schwierigkeiten habe ich mich inzwischen etwas erholt, dabei ist mir aber klar geworden, dass es Zeit wird, jüngere Kräfte noch mehr in den Vorstand einzubinden, um dann wirklich eines Tages mein Amt ohne Probleme weiter geben zu können. Deshalb richte ich einen Appell an alle Vereinsmitglieder, sich für ehrenamtliche Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Wenn der Vorstand also an euch herantritt und um Unterstützung bittet, dann seid bitte offen. Denn ohne die nächste Generation in der Verantwortung kann auch ein PSV nicht als Verein weiterleben.

Vielen Dank.