Bericht des 1. Vorsitzenden

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
das Jahr 2016 hatte es in sich. Wir hatten außerordentlich viel zu bewältigen. Ihr erinnert euch vielleicht noch daran, dass ich in meiner Vorjahresrede auf den Umbau der Wohnung zu einem Mehrzweckraum zu sprechen kam. Nachdem die Genehmigungen der Stadt Flensburg vorlagen, gingen wir mit viel Phantasie, Kraft, Euphorie und Tatendrang ans Werk, um mit möglichst viel Eigenleistung den Umbau zu gestalten. Unser Budget war begrenzt, deshalb war die sog. Muskelhypothek erforderlich. Um es kurz zu machen: Wenn man bei einem Altbau einmal eine Wand weggenommen hat, dann sieht man erst, was dahinter steckt. So war es auch beim Wohnungsumbau. Viele vorher nicht erwartete Mängel traten zutage, die natürlich beseitigt werden mussten. Und das ging ins Geld! Und an die Kraft! Und an die Nerven! Dank großartiger Hilfe vieler Ehrenamtler haben wir das Projekt durchführen können und sind sehr stolz auf das Erreichte. Mit dem Herrichten unseres Multiplex 2 sowie der gleichzeitig stattgefundenen Sanierung und Renovierung unseres Multiplex 1 haben wir zwei Veranstaltungsräume geschaffen, in denen jetzt viel Sport getrieben werden kann. Gleichzeitig aber hat der neue Raum Multiplex 2 die Aufgabe, Gemeinschaftsveranstaltungen zu beherbergen. So wurde dort schon gebastelt, es finden Vorstandssitzungen statt,  die Theatergruppe der Tanzabteilung führte ihr Stück vor Publikum auf, weitere Vorhaben sind in Planung.
Dies war der entscheidende Gedanke: Als Verein wollen wir unbedingt viele Sportangebote vorhalten, viele Menschen erreichen wir aber auch oder besonders wegen der sozialen Begegnung neben dem Sport. Mit dem Multiplex 2 haben wir etwas geschaffen, was uns von manchen Vereinen unterscheidet. Wir verfügen neben den Sporträumen eben auch über eine Begegnungsstätte. Möge dieser Bereich weiter dazu beitragen, dass Menschen sich treffen und zueinander finden.
Auf alle Fälle werden wir im weiteren Verlauf der nächsten Sportjahre sehr viel Wert auf diese Gemeinschaftsveranstaltungen legen. Natürlich folgt jetzt ein Dank an alle, die sich um dieses große Projekt gekümmert haben. Die vielen ehrenamtlichen Helfer/innen waren ein Garant für die Umsetzung. Sie halfen, Kosten zu senken. Sonst wären wir gescheitert. Natürlich danke ich auch meinen Vorstands Kolleginnen, dass sie alle Entscheidungen mitgetragen haben, wobei ich Wolfgang Leusch, unserem Finanzchef, sagen will, dass ich froh war, dass er die Bauzeit über „die Nerven“ behalten hat, obwohl immer neue Hiobsbotschaften wegen der steigenden Kosten auf uns zukamen. Ganz besonders aber danke ich Kurt und Jaan als meinen beiden Stellvertretern, die mit großem persönlichem Einsatz zu einer gelungenen Umsetzung beitrugen.
Ein wenig Glück hatten wir natürlich auch, weil im letzten Jahr eine Geldausschüttung von nicht unerheblicher Höhe durch den Sportverband Flensburg erfolgte, was uns letztlich das bescherte, was wir immer wollten: Der Haushaltsvoranschlag, den Wolfgang vorgelegt hatte, konnte eingehalten werden. Näheres dazu wird Wolfgang auch dann erklären.
Als wir schließlich die neuen Räume eingeweiht hatten, lehnten wir als Vorstand uns zurück und erklärten, dass wir jetzt erst einmal wieder durchschnaufen und vor allem Geld ansparen wollten. Dieses Vorhaben wurde jedoch schon wieder gekippt. Es warten riesige neue Herausforderungen auf uns, über die ich im zweiten Teil meiner Ausführungen sprechen werde: Kunstrasenplatz!
Wer nun gedacht hat, dass beim PSV nur gebaut wurde, der irrt. Natürlich wurde auch sehr viel Sport getrieben. Und wir haben uns auch hier erweitert. Unsere große American Football-Abteilung ist noch größer geworden. Die bislang für den TSB spielenden Sealords haben sich entschlossen, ihren Sport nun in unserem Verein gemeinsam mit unseren Emmets auszuführen. Der Gedanke lag nahe, dass durch Bündelung der Kräfte noch mehr erreicht werden kann.
Das wird gelingen, die vor uns liegende Saison wird dies zeigen. Wir freuen uns darauf und drücken die Daumen. Und natürlich sagen wir allen neuen Mitgliedern der nun großen Abteilung American Football: Herzlich Willkommen.
Aber das sind nicht die einzigen Neuigkeiten. Die schwierige Zeit im Bereich Wassergymnastik ist zu Ende. Wir haben mit dem Campusbad aus unserer Sicht vernünftige Lösungen gefunden, welchen Bereich im Bad wir störungsfrei nutzen können. Die Idee kam von uns, und letztlich profitiert auch das Campusbad von dieser Belegungsform durch zusätzliche Einnahmen. Für uns hat dies bedeutet, dass wir weitere neue Wassergruppen gründen konnten.
Bei den Fußballern erfolgte ein Wechsel in der Abteilungsleitung. Wolfgang Balke hat sich diese Aufgabe ans Herz gelegt. Ich wünsche ihm viel Erfolg bei seinen Bemühungen, die Anzahl der Mannschaften zu stabilisieren und Impulse in die Jugendarbeit zu senden, damit auch dort weiter wachsende Zahlen zu verzeichnen sind.
Unsere Floorballabteilung hat mit über 60 Mitgliedern eine hohe Zahl erreicht, so dass hier drei Mannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen können. Dabei zeigt die 1. Männermannschaft überragende Leistungen, die am Ende sogar einen Spitzenplatz in der Regionalliga belegen wird. Wenn wir das Hallenproblem für diese Abteilung jetzt auch noch in den Griff kriegen, dann wären wir alle sehr froh. Für unsere Gäste muss ich hier folgende Anmerkung machen: Durch ein Abkommen mit der Schulleitung der HLA (andere Schulen haben abgelehnt) durften die Floorballer die nötige Bande – neu durch den PSV mit Sponsorenhilfe angeschafft – dort lagern, weil dann auch die Schule sie mitnutzen dürfte. Was nützt aber die Lagerung in der HLA, wenn wir dort selbst nur wenige Trainingsstunden belegen konnten? Viele Einheiten finden in anderen Hallen statt. Ein Tausch mit den übrigen Vereinen ließ sich leider nicht umsetzen. Ich hoffe sehr, dass es bei den jetzt anstehenden Verhandlungen gelingen wird, die Interessen unserer Floorballer zu berücksichtigen. Lasse Gieseler wird im Auftrage unseres Vereins die Verhandlungen führen.
Liebe Frau Möller, lieber Jochen, lieber Ingo, ich spreche Sie und euch natürlich auch auf diesem Wege an, weil uns eine große Sorge umtreibt: Die Zusammenarbeit mit den Schulen bezüglich der Nachmittagsbelegungen der Hallen ist absolut verbesserungswürdig. Aber wir brauchen Verlässlichkeit bei der Nutzung der Hallen. Wenn es so bleibt wie bisher, dass die Schulen innerhalb eines Schuljahres Zeiten von 16.00 – 18.00 Uhr einfordern können, dann stehen unsere Jugendlichen vor verschlossenen Hallen. Hier ist dringend Handlungsbedarf!  Wir haben auch pädagogische Aufträge für die Jugend zu erfüllen, und einige davon lauten: Vermittlung von Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein muss anders werden – nämlich planbarer für die Vereine!
Die Jugger, die sich im vorigen Jahr vorgestellt haben, konnten letztes Jahr ein tolles Turnier durchführen, in diesem Jahr werden es wohl zwei werden. Das zeigt, dass sich diese Randsportart bei uns gefestigt hat.
Von den übrigen Abteilungen kann ich vermelden, dass alles gut läuft. Aber vielleicht will ja noch der eine oder andere nachher etwas berichten.
Eine weitere Herausforderuung steht in diesem Jahr an. Nachdem wir 1.500 Mitglieder mit weiter steigender Tendenz verzeichnen können, müssen wir auch an eine Neuausrichtung unserer Geschäftsstelle denken. Bislang wurden die nötigen Arbeiten zum Teil auch zu Hause erledigt, eine tägliche Präsenz von MitarbeiterInnen war in der Geschäftsstelle nicht umzusetzen. Das wollen wir ändern. Wir werden eine neue Bürokraft einstellen, Wir denken an eine Umsetzung im Laufe des Jahres zum Erlernen der Arbeitsfelder mit dem Ziel, ab 1.1.2018 die Leitung der Geschäftsstelle zu übernehmen. Schon heute sind wir dabei, die Geschäftsräume umzubauen und neu zu gestalten, um dem Wunsch nach einer regelmäßigen Präsenz nachkommen zu können.
Leider wird unser durch Werbung zur Verfügung gestellter Bus im April abgeholt, so dass wir einen neuen haben leasen müssen. Allerdings sind lange Lieferzeiten in Kauf zu nehmen, so dass wir wohl erst nach der Sommerpause wieder über einen 2. Bus verfügen können. In der Zwischenzeit müssen wir uns arrangieren. Jede Abteilung möge sich darauf einstellen, dass wir nur noch bedingt Buszeiten zur Verfügung haben.
Zum Abschluss dieses ersten Teils möchte ich noch ein persönliches Wort an euch richten. Ich habe immer davon gesprochen, dass der Verein nunmehr auch daran denken muss, für die sog. ältere Generation im Vorstand jüngere Mitglieder anzuwerben, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit den Amtsgeschäften vertraut zu machen.
Deshalb richte ich heute an alle Mitglieder die Bitte, sich Gedanken zu machen, wie der Verein z. B. nach 2020 aufgestellt werden sollte. Dieses Jahr hatte ich immer genannt, wenn es darum ging, bis wann wir den Verein zukunftsfähig aufgestellt haben. Diese Neuausrichtung ist mit großer Wahrscheinlichkeit dann abgeschlossen. Und genau deshalb wäre es dann auch das Ziel, eine weitere Verjüngung im Vorstand vorgenommen zu haben.
Bitte sprecht mich oder ein Vorstandsmitglied an, wenn ihr Vorschläge zu machen hättet.
Damit endet mein Bericht, der dann im TOP 6 „Aussprache“ behandelt werden kann.
Der jetzt folgende Teil „Bau eines Kunstrasenplatzes“ möge gleich im Anschluss an meine Ausführungen besprochen werden.
Jaan Süchting, unser 2. Vorsitzender, war aktiv in den Gesprächsrunden über den Sportentwicklungsplan dabei. Mit Hilfe eines Instituts und vieler Fragebögen haben sich der Sportverband Flensburg und die Stadtvertreter einen Überblick über die derzeitige Situation zum Sport in Flensburg gemacht. Dabei ging es insbesondere auch um den Zustand bestehender Sportanlagen und den Bedarf neuer Plätze und Hallen. Letztlich kam dabei heraus, dass es in Flensburg an vielem mangelt, in erster Linie aber wohl an Kunstrasenplätzen. Deshalb ist beschlossen worden, bis zum Jahr 2020 in Flensburg 4 dieser Plätze zu errichten. Wir sind sehr froh, dass unser PSV-Gelände dabei als einer der 4 Standorte ausgewählt wurde. Bei der letzten Sitzung mit der Stadt und dem Sportverband wurde dann aber auch deutlich gemacht, dass die Stadt die Investition für den Bau eines solchen Platzes auf 500.000 Euro je Platz begrenzen wird. Das bedeutet, dass jeder Sportverein, bei dem ein solcher Platz geplant wird, mit dem darüber liegenden Betrag zur Kasse gebeten würde. Auf Befragen der Vereine Weiche, TSB und PSV habe ich gesagt, dass wir auf keinen Fall einen „Blankoscheck“ für diese möglichen höheren Kosten ausstellen können und habe die Summe von 100.000 Euro genannt. Diese Summe wäre m. E. zu verantworten. Wir wissen heute noch nicht, wie viel ein Kunstrasenplatz bei uns kostete. Dazu wurden gerade die Bodenproben ausgewertet und erste Kosteneinschätzungen durchgeführt. Verlässliche Zahlen liegen jedoch noch nicht vor.
Insgesamt beurteile ich dieses Vorhaben „Kunstrasenplatz“ als eine große Chance für unseren Verein, verstehe jedoch auch mögliche Bedenken, weil es immerhin um eine große Summe geht. Und was ist, wenn die Zuzahlungshöhe deutlich über 100.000 Euro läge? Weiter gibt es noch viele offene Fragen, von denen ich allerdings überzeugt bin, dass wir sie in gewohnter harmonischer Weise mit der Stadt klären können. Eine Lösung zu allen Fragen – auch des Gebrauchsrechts des Platzes – werden wir finden. Für mich steht als überwiegende Sorge die Finanzierung von 100.000 Euro im Mittelpunkt – und das große Fragezeichen über das mögliche Mehr. Mit Glück kann es schon im Jahr 2018 bei uns losgehen, auf alle Fälle wohl aber in 2019. In 2017 wird der TSB wegen seiner großen Abteilung berücksichtigt. Dabei möchte ich hier schon einmal mit Zahlen arbeiten. Aus der Beschlussvorlage für den Bildungs- und Sportausschuss vom 23.02.2017 geht hervor, dass Weiche alle Kosten über 500.000 zu zahlen bereit ist und dass er 25% seiner Nutzungszeit an andere Vereine abtreten würde. Der TSB hingegen bot jedoch eine Abtretung von 30% seiner Nutzungszeit an und zunächst die Eigenbeteiligung von 50.000 Euro. Allerdings gehe ich fest von der Absprache aus, dass die Bedingungen für alle Verein gleich sind, nämlich den 500.000 Euro übersteigenden Teil zu übernehmen, zumal es hier unterschiedliche Aussagen der in Frage kommenden Vereine gibt.
Wir aber haben auch sehr viele Mitglieder und Mannschaften bei uns. Es wird vielfach vergessen, dass unser Gelände nicht nur für den Fußball gedacht ist. Es trainieren dort neben 12 Fußballmannschaften auch noch 4 Mannschaften im American Football (2 Jugend und 2 Erwachsene) sowie die Jugger. Das sind 17 Mannschaften, die sich zum Teil zu Trainingsgemeinschaften haben zusammenschließen müssen, um überhaupt eine Trainingszeit zu erhalten. Insgesamt können wir über 385 Mitglieder in diesen Sportarten benennen. Und im nächsten Jahr kommen noch zwei weitere Mannschaften im Jugendbereich hinzu! Ich hoffe, dass dem Lenkungsausschuss diese Zahlen bekannt sind und sie diese bei der Entscheidung, bei wem wann gebaut werden soll, Berücksichtigung finden. Schon jetzt ist die Umsetzung des Trainingsbetriebes ein schwieriges Unterfangen. Mehr Mannschaften sind in den Abendstunden nicht zu  verkraften. Zeiten am Nachmittag allerdings wären verfügbar, so dass auch wir zwischen 25 und 30 % abtreten könnten. Und wenn ich daran denke, dass der Sandplatz dringend saniert werden müsste, kann ich nur hoffen, dass es auch bei uns bald den Startschuss gibt – immer vorausgesetzt, dass wir alle Hindernisse überwinden können.
Unter dem Strich bleibt für mich, dass ich diesen Weg für den PSV gern mitgestalten würde. Dabei danke ich an dieser Stelle auch schon einmal den beiden anwesenden Jochen Haut, Vorsitzender des Sportausschusses, und Ingo Diedrichsen, Vorsitzender des Sportverbandes, für ihre Vorreiterrollen in dieser Angelegenheit. Ich bin sicher, dass nur durch eure Hartnäckigkeit überhaupt diese Vorhaben umgesetzt werden können.
Bei allem Befürworten jedoch werden alle Vorstandsmitglieder natürlich auf die Rückmeldungen der Mitglieder warten und auch mögliche ernsthafte Bedenken berücksichtigen. Deshalb würde ich mich freuen, wenn es zu diesem Projekt jetzt zu einer Aussprache käme.

Vielen Dank.