Bericht des 1. Vorsitzenden

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
liebe Gäste,
ich danke sehr herzlich für das zahlreiche Erscheinen auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Und wie immer ist es meine Aufgabe, einen Rückblick auf das vergangene Sportjahr zu halten, was sicher auch mit einem Ausblick auf die nahe bis mittlere Zukunft verbunden sein wird.
Im letzten Jahr habe ich von unserer Bereitschaft erzählt, Flüchtlingen eine Sportheimat zu gewähren. Mittlerweile sind etwa 40 junge Sportfreunde aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens bei uns, um hier Fußball zu spielen. Ja, es wird sogar versucht, sie in die Mannschaften zu integrieren, damit sie an Punktspielen teilnehmen können. Ich danke allen Sportfreundinnen und Sportfreunden unseres PSV, die durch ihr freundschaftlich-liberales Verhalten diesen Weg geebnet haben. Diese neuen Sportfreunde haben es uns bisher durch ihr freundliches Wesen und ihr absolut korrektes Verhalten gedankt. Wir sind sicher, dass auch der PSV durch seine Unterstützung dazu beiträgt, dass es den Hilfesuchenden bei uns in Deutschland gut geht.
Wie beim Sport üblich, hat es auch im vergangenen Jahr so genannte „Aufs“ und „Abs“ gegeben. Unsere 1. Fußballmannschaft kämpft, damit ihr der Klassenerhalt gelingt, die 2. Mannschaft braucht dringend personelle Unterstützung, die Frauenmannschaft konnte ihre Punktspielserie nicht fortsetzen. Kurzum: Hier warten große sportliche Herausforderungen auf uns. Anders war es bei unseren Volleyballern. Diese haben durch großartige Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und konnten sogar in den Kampf um die Norddeutsche Meisterschaft eintreten. Dort sind sie ehrenvoll Sechste geworden. Herzlichen Glückwunsch. Auch eine neue Sportart hat sich bei uns entwickelt. Es sind die „Jugger“. Das sind die Frauen und Männer, die gelegentlich mit langen Lanzen und morgensternähnlichen Geräten aufeinander losgehen. Aber keine Angst. Es ist ein aus Australien überlieferter Sport und wird natürlich nur mit Attrappen durchgeführt. Vielleicht wird nachher noch einer aus der Abteilung etwas zu ihrem Sport sagen.
Die große Abteilung ProSanita ist an ihre räumlichen Grenzen gestoßen. Wir haben kaum noch Platz, um weitere Gruppen aufzubauen. Obwohl wir auch hier neue Übungsleiterinnen haben gewinnen können, müssen wir doch sehen, dass wir uns zusätzlichen Übungsraum schaffen. Zurzeit sind wir dabei, die frühere Wohnung umzuplanen, brauchen jedoch die Zustimmung der Stadt, weil die Räume eine Nutzungsänderung erfahren müssen. Ich denke aber, dass dies nur noch eine Frage von kurzer Zeit ist, bis die Genehmigung da ist. Allerdings haben wir besonders schmerzhaft bei dieser Abteilung feststellen müssen, wie sehr wir von externen Sporthallen abhängig sind. Von heute auf morgen wurde uns ohne Vorankündigung der Vertrag mit dem Sportland gekündigt, und über 100 Wassersportler standen ohne Heimat da. Mit sehr viel Mühe, aber auch mit Unterstützung des Campusbad-Betreibers, den Stadtwerken, konnten wir einen neuen Übungsbereich erhalten. Die Lage auf der anderen Seite der Stadt hat allerdings viele Sportler davon abgehalten, einen Wechsel mitzumachen und sind leider ausgetreten. Wir haben doch länger gebraucht, um diesen Aderlass aufzufangen. Dies ist uns mittlerweile gelungen, so dass wir verhindern konnten, dass unsere Mitgliederzahl gesunken ist. Wir haben auch in diesem abgelaufenen Sportjahr wieder am Ende über 1.400 Mitglieder zu verzeichnen. Eine Steigerung war nicht möglich, weil wir viel Zeit brauchten, um die Lücke vom Wassersport zu füllen.
An dieser Stelle möchte ich ein ganz herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter/innen des PSV aussprechen. Meine Vorstandsmitglieder haben alle Hürden gemeinsam gemeistert, waren auch bereit, unpopuläre Maßnahmen mit zu tragen, waren mir immer sehr verlässliche Mitstreiter auch in schwieriger Zeit. Natürlich muss dieser Dank weiter gehen an die vielen Übungsleiter/innen und besonders auch die vielen Ehrenamtlichen, die sich mit großem Einsatz darum bemühen, das vielfältige Leben in unserem Verein zu fördern und vor allem aufrecht zu erhalten. Mein Dank gilt genau so unseren hauptamtlichen Kräften, die über ihren Angestelltenstatus hinaus ihre Aufgaben sehr zur Zufriedenheit des Vorstandes ausführen. Ohne euch alle würden wir die anspruchsvollen Aufgaben nicht schaffen können.
Viele von euch erwarten sicher wieder einen Appell an die Stadt, damit das Thema Laufbahn immer wieder auf der Tagesordnung erscheint. Das werde ich dieses Jahr nicht tun. Ich habe das Gefühl, dass ich gegen Windmühlen anrenne. Durch das Bemühen um einen Sportentwicklungsplan hat man jetzt Argumente gefunden, die dort gemachten Feststellungen zunächst einmal zu überprüfen. Da das sehr viel Zeit braucht, werden keine weiteren Entscheidungen getroffen. Oder doch? Der Spitzensport soll gefördert werden, weil sich jetzt zwei Fußball-Leistungsträger zusammenschließen werden. Und dazu muss natürlich das Stadion hergerichtet werden. Das kann ich gut verstehen. Ich halte das Stadion nach wie vor für das Aushängeschild der Stadt, wenn es um Großveranstaltungen geht. Und die werden wir haben, wenn erst einmal die 3. Bundesliga erreicht wurde. Trotzdem haben wir auch den Breitensport nicht aus dem Auge zu verlieren. Dieser aber wird nur bedingt im Stadion ausgetragen. Deshalb muss eine so ansehnliche Anlage wie die des PSV aufgewertet werden, indem die Laufbahn wieder erneuert wird. Vielleicht sind bei den vielen Stadion-Millionen doch noch ein paar Euro übrig für uns. Liebe Politiker, was meint ihr?
Wir haben in den vergangenen Jahren und mit der Planung für dieses Jahr dann die große Summe von rund 150.000 Euro in das Platzgelände und in den Ausbau unseres Vereinsheims gesteckt. Wir haben nicht um städtische Zuschüsse gebeten, obwohl wir das Vermögen der Stadt dabei vergrößert haben. Diese Investitionen wurden und werden von uns getätigt, weil wir unseren Sportlerinnen und Sportlern bessere Bedingungen schaffen wollen. Dabei spielt es für uns keine Rolle, dass die Stadt der Eigentümer des PSV-Geländes ist. Wir fühlen uns hier wie zu Hause, und so behandeln wir auch unsere Anlage. Der großzügige Nutzungsvertrag mit der Stadt lässt uns so handeln, als wären wir die Eigentümer. So soll es auch bleiben.
Deshalb hat sich der Vorstand einmal die Mühe gemacht, um in die Zukunft zu blicken, was denn für die weitere Aufwertung des Vereinsgeländes durch uns machbar wäre. Dieses Jahr ist noch mit großen Ausgaben für die Umgestaltung der Wohnung in einen anders nutzbaren Bereich verbunden. Aber ab dann möchten wir gern eine große Summe ansparen und einer Rücklage für besondere Vorhaben zuführen. Dabei denken wir an etwa 100.000 Euro, die wir in den nächsten Jahren gern ansparen wollen. Was aber wollen wir dann als Vorhaben in die Tat umsetzen? In vier bis fünf  Jahren, also etwa 2020, dürften wir bei gleicher Entwicklung des Vereins in der Lage sein, unser Ziel zu erreichen. Dann aber müssen wir einen Plan haben, was wir umsetzen wollen. Deshalb rufe ich alle Vereinsmitglieder auf, einmal darüber nachzudenken, welches Großprojekt denn versucht werden sollte. Ich bin sicher, dass wir auch die Stadt auf unsere Seite bekämen, wenn wir uns mit einer recht großen Summe beteiligten. Damit ihr seht, was denn im Vorfeld diskutiert wird, darf ich euch drei Vorschläge schon einmal benennen: Bau eines Schwimmbeckens für den Gesundheitssport, Bau eines Platzes mit Kunststoffrasen, Bau einer kleinen Sporthalle.
Wir nehmen gern noch weitere Vorschläge auf. Dabei sage ich euch, dass wir nach Ablauf dieses Jahres – wenn wir Kassensturz gemacht haben – detailliert in Planungen und Verhandlungen mit der Stadt eintreten müssten. Denn jedes Großprojekt hat eine drei- vierjährige Vorlaufzeit. Wir hören gern hierzu Rückmeldungen aus euren Reihen. Keine Sorge: Der Vorstand wird keine Entscheidung treffen, ohne die Mitglieder darüber abstimmen zu lassen, was wir denn verwirklichen wollen.
Meine Amtszeit endet heute. Ich habe versprochen, erneut anzutreten. Dies will ich gern tun, weil ich die Absicht habe, die Vorhaben dieses Jahres mit dem Schaffen neuer Räume zu begleiten. Danach möchte ich weiter gern die Weichenstellung für das angekündigte Rücklagenprogramm vornehmen. Darüber bin ich mir im Klaren: So werden wir mein vor 10 Jahren ausgerufenes Ziel erreichen, unseren PSV fit zu machen für das Jahr 2020! Wir stehen hier kurz vor dem Abschluss.

Vielen Dank.